WAS TUN WENN DIE ZAHLUNGEN DER PFLEGEKASSE NICHT AUSREICHEN?

Wenn das eigene Einkommen und Vermögen sowie die Leistungen der Pflegekasse nicht ausreichen, um alle Pflegekosten zu begleichen, besteht die Möglichkeit einen Antrag beim zuständigen Sozialamt auf Kostenübernahme zu stellen.

Hierzu beraten wir Sie gerne.

WIE HOCH SIND DIE PFLEGESACHLEISTUNGEN?

Sofern für den Pflegebedürftigen eine Pflegestufe festgelegt wurde und er Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch nimmt, erhält er Zahlungen der Pflegeversicherung. Die Beträge variieren je nach Pflegestufe und belaufen sich auf bis zu:

Pflegestufe I        450,00 EUR

Pflegestufe II    1.100,00 EUR

Pflegestufe III   1.550,00 EUR

In Härtefällen    1.918,00 EUR

WAS SIND PFLEGESTUFEN?

Die Pflegebedürftigkeit wird in drei Stufen eingeteilt, die die unterschiedlichen Grade der Pflegebedürftigkeit ausdrücken.

WAS SIND VERRICHTUNGEN DES TÄGLICHEN LEBENS?

Verrichtungen des täglichen Lebens im Sinne der Pflegeversicherung sind:

Körperpflege das Waschen, das Duschen, das Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, das Rasieren, die Darm- und Blasenentleerung.

Ernährung das mundgerechte Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung.

Mobilität das selbständige Aufstehen und Zubettgehen, das An- und Auskleiden, das Gehen, das Stehen, das Treppensteigen und das Verlassen bzw. Wiederaufsuchen der Wohnung

hauswirtschaftlichen Versorgung das Einkaufen, das Kochen, das Reinigen der Wohnung, das Spülen, das Wechseln und das Waschen der Wäsche und der Kleidung sowie das Beheizen.

WER ERHÄLT LEISTUNGEN?

Sie soziale Pflegeversicherung soll denen Hilfe gewähren, die wegen der Schwere ihrer Pflegebedürftigkeit auf Unterstützung angewiesen sind.

Den Begriff „Pflegebedürftigkeit“ hat der Gesetzgeber in § 14 SGB XI wie folgt definiert:

Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen.

WER HILFT BEI DER ANTRAGSTELLUNG?

Hilfestellung bei der Beantragung einer Pflegestufe erhalten Sie von Pflegeberatungsstellen, die sie unverbindlich und kostenlos beraten und unterstützen.

Im Falle eines Krankenhausaufenthaltes ist es ratsam, dass der Versicherte oder der Betreuer bereits dort Kontakt mit dem zuständigen Sozialdienst aufnimmt. Dort erhält man Unterstützung bei Behördengängen und der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst.

WER STELLT DEN ANTRAG?

Den Antrag wird in der Regel durch den Versicherten selbst oder dessen Betreuer gestellt.

WO KANN DER ANTRAG GESTELLT WERDEN?

Leistungen aus der Pflegeversicherung können bei der für sie zuständigen Pflegekasse beantragt werden. Anträge stehen oftmals zum Download auf der Internetsetseite der jeweiligen Pflegekasse zur Verfügung.

Die ausgefüllten Anträge werden an den Medizinischen Dienst weitergeleitet.

Dieser prüft im Rahmen eines Hausbesuches, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt.

WAS IST EINE PFLEGEKASSE?

Die Pflegekasse ist eine Säule der gesetzlichen Sozialversicherung und für die speziellen Belange pflegebedürftiger Menschen zuständig. Angesiedelt ist sie räumlich bei der für sie zuständigen Krankenkasse.

WER STELLT DIE PFLEGEBEDÜFTIGKEIT FEST?

Zuständig für die Feststellung der. Pflegebedürftigkeit ist der Medizinische Dienst der jeweiligen Krankenasse, kurz MDK oder in Ausnahmefällen das städtische Gesundheitsamt.
Zunächst wird festgestellt, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und wenn ja in welchem Umfang. Als Ergebnis folgt dann die Einstufung in die jeweilige Pflegestufe.

WER ERHÄLT AMBULANTE PFLEGE?

Grundsätzlich kann jeder einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen, der als pflegebedürftig im Sinne des SGB XI (Pflegeversicherungsgesetz) gilt und nicht mehr in der Lage ist, sich in seiner Wohnung selbst zu versorgen